Der tropische Regenwald – Was geht mich das an? (Jakob)

Palmöl – Alternativen

Im Erdkundeunterricht haben wir uns mit der Abholzung des Regenwaldes und dem Anbau von Palmöl beschäftigt. Das hat mich wirklich geschockt.

Regenwälder sind Wälder, in denen ein besonders feuchtes Klima herrscht. Auf fast allen Kontinenten der Erde gibt es rund um den Äquator tropischen Regenwald. Den Regenwald bezeichnet man oft als „die grüne Lunge der Welt“, weil die ganzen Bäume im Regenwald das von uns ausgestoßene CO2 in Sauerstoff umwandelt. CO2 ist das Gas, das den Treibhauseffekt und damit auch den Klimawandel verstärkt. Wird also immer mehr Regenwald vernichtet, hat das schlimme Folgen für das Klima auf der ganzen Welt.

20 % aller Tier- und Pflanzenarten leben im Regenwald – es gibt alleine 500 verschiedene Baumarten. Bis vor etwa 1.000 Jahren waren noch rund 13 Prozent der gesamten Erdoberfläche mit Regenwald bedeckt. Davon ist heute nur noch etwa die Hälfte übrig, denn die Menschen zerstören den Regenwald. Sie fällen die großen Bäume, um das Holz zu verkaufen oder um dort Straßen zu bauen. Immer mehr große Regenwaldflächen werden niedergebrannt, um dort Plantagen anzulegen, auf denen zum Beispiel die Ölpalme angebaut wird. Mit dem Palmöl aus ihren Früchten kann man viel Geld verdienen. Dort, wo früher Menschen und Tiere gelebt haben, entstehen riesige Monokulturen.

BILD Palmenplantage

So sieht eine Palmenplantage aus – schrecklich

Da Palmöl sehr günstig ist, wird es in sehr vielen Lebensmitteln, Waschmitteln und Kosmetiksachen verwendet. Jedes zweite Produkt im Supermarkt enthält es. Besonders in Deutschland werden große Mengen für die Herstellung von Margarine gebraucht. Ich mag ja Butter  eh viel lieber. In Lebensmitteln und Kosmetikprodukten dient Palmöl unter anderem als Konsistenzgeber und macht beispielsweise gewisse Schokonusscremes und Süßigkeiten schön cremig – außerdem ist es lange haltbar, schmeckt neutral und lässt sich gut erhitzen. Und auch der hohe Ertrag beim Anbau macht es günstig für die Industrie.

Im Folgenden zeige ich Euch beliebte Produkte, in denen Palmöl enthalten ist und schlage Euch palmölfreie Alternativen vor. (Bilder leider entfernt, Erklärung siehe unten)

Kosmetikprodukte

Hier muss man bei den Inhaltsstoffen genau hinschauen. Oft verstecken sich die Palmölbestandteile hinter chemisch klingenden Namen. Immer haben sie aber den Wortbestandteil „palm“ irgendwo.

Und Achtung! Auch scheinbare „Bioartikel“ verzichten nicht auf Palmöl.

Lebensmittel

Auch in vielen Lebensmitteln ist Palmöl drin. Besonders in Fertigprodukten. Auf diese kann man ja eh gut verzichten. Selbstgekocht schmeckt nämlich viel besser! J Bei den Süßigkeiten und Nusscremes findet man im Supermarkt recht wenige palmölfreie Produkte L. Besonders die großen Marken kommen nicht ohne das billige Öl aus. Da lohnt es sich, mal eine teurere Schokocreme zu kaufen.

Waschmittel

Die wichtigsten Bestandteile eines Waschmittels sind waschaktive Substanzen, die sogenannten Tenside. Sie können ebenfalls aus zahlreichen Rohstoffen hergestellt werden. Während früher ausschließlich Erdöl dafür genutzt wurde, ist es heute überwiegend das noch günstigere Palmöl. Was für die Umwelt besser ist, weiß ich nicht. Im Schrank meiner Mutter fand ich diese Putzmittel. Sie werben damit, mit „certified renewable palmoil“ hergestellt worden zu sein. Was das genau bedeutet, weiß ich auch nicht, auch gibt der Hersteller keine Belege für diese Behauptung.

Da es aber fast unmöglich ist, Palmöl zu vermeiden, sollte man wenigstens darauf achten, dass man Produkte mit Bio-Palmöl kauft. Bei diesem wird auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger verzichtet und für die Plantagen wird kein Regenwald abgeholzt.

Viel Spaß beim nächsten Einkaufen. Und ganz wichtig. Zeigt diesen Eintrag Euren Eltern, Freunden und Verwandten…

Euer Jakob

Lieber Jakob,

danke für Deine Recherche und vor allem auch für die vielen Fotos. Leider bin ich mir nicht sicher, ob wir die Fotos hier veröffentlichen dürfen. Ich habe recherchiert und bin leider zu dem Schluss gekommen, dass wir wahrscheinlich alle Firmen um Erlaubnis bitten müssten. Ich möchte hier keinen Fehler machen und verzichte auf die Veröffentlichung Deiner Bilder. Nach der Schulschließung wirst Du aber im Unterricht die Gelegenheit erhalten, Deinen Mitschülern Deine Fotos zu zeigen und zu erläutern!

Herzliche Grüße

Anna Azzam

Quelle des Beitragsbildes: Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay